Das Haar - Wunderwerk der Natur    
Jedes Haar wächst pro Monat etwa einen Zentimeter. Die Märchenfigur Rapunzel wäre bei einer Haarlänge von zwölf Metern also kein junges Mädchen sondern eine greise Dame von mindestens 100 Jahren gewesen. Und noch etwas spricht gegen die Mär von der haarigen Turmaufstiegshilfe: Nach spätestens sechs Jahren oder ungefähr 70 Zentimetern ist Schluss mit dem Wachstum. Dann nämlich endet die so genannte Anagenphase, das Haar löst sich allmählich aus der Wurzel und wird Richtung Hautoberfläche verschoben. Jeden Tag verliert der Mensch zwischen 50 bis 100 Haare. Dieser Haarverlust ist völlig normal. Eigentlich ist das Haar zu diesem Zeitpunkt schon tot, da kein Stoffwechsel mehr stattfindet. Dennoch hält es sich noch etwa zwei bis vier Monate, bevor es eines Tages sein Schicksal mit 50 bis 100 anderen teilt: Es fällt aus. Schwacher Trost: Die Phasen der Haarbildung sind in jedem Follikel, der vier Millimeter tiefen Hauteinbuchtung, in der das Haar ruht, unterschiedlich. Dadurch wird der Kopf nicht im Sechsmonatsrhythmus kahl. Trockene oder fettige Haar? Wieso gibt es braune, schwarze, rote und blonde Haare?  

Eine segensreiche Einrichtung des Körpers sorgt dabei häufig für Verdruss. An jedem Follikel sitzt eine Talgdrüse, die das Haar fettet und es somit geschmeidig und robust macht. Kommen diese Drüsen aus dem Gleichgewicht, wird das Haar fettig beziehungsweise trocken und spröde. Trocken sieht Haar auch dann aus, wenn es zu wenig Wasser enthält. Ja, auch nach dem Fönen liegt der Flüssigkeitsanteil zwischen 15 und 20 Prozent.
Und die Farbe? Die entsteht durch Mischung zweier Farbpigmente, die ebenfalls in den Follikeln produziert werden. Blondes und rotes Haar enthält vor allem Phaeomelanin, dunkles Haar in erster Linie Eumelanin. Im Alter werden diese Pigmente zunehmend durch winzige Luftbläschen ersetzt – das Haar erscheint grau oder weiß.